Brunnen am Lindenplatz bei Nacht. Hellerleuchtet durch die Straßenlaternen. Im Hintergrund der Maibaum der Bissener Maigesellschaft.Eine Kappelle im Sonnenlicht, Ein großer Baum und Steine im Vordergrund; Würselen PleyHerbstmorgen im Wurmtal; leichter Nebel zieht in der aufgehenden Sonne über Wiesen und BäumePfarrkirche St. Sebastian in herbstlichem Sonnenlicht

Themen

Im Entwicklungsplan Broichweiden werden verschiedene Themen vertieft, innerhalb derer wieder sogenannte Lupenräume betrachtet werden. Die Themen werden auf dieser Seite beschrieben:

  • Wohnen
  • Lebensumfeld
  • Mobilität
  • Wirtschaft
  • Freiraum
  • Umwelt

Wohnen

Wohnen und Leben stehen in einem engen Zusammenhang – auf Englisch heißt beides ‘to live’. Die Wohnung ist unser privater Rückzugsraum und räumlicher Mittelpunkt unseres Lebens. So haben wir in den unterschiedlichen Lebensphasen auch unterschiedliche Anforderungen an den Wohnraum: von kinderfreundlich in der Familienphase, mit Freunden in einer Wohngemeinschaft oder in der ersten eigenen ‘Bude’ bis zur Barrierefreiheit im Alter. Dabei prägen Traditionen, Gewohnheiten und kulturelle Einflüsse die Art des Wohnens.

In dem historisch gewachsenen Straßendorf Broichweiden konzentrierten sich früher die Häuser entlang des alten Straßennetzes. Wohnen und (landwirtschaftliches) Arbeiten fand im selben Gebäude statt. Die Trennung der reinen Wohngebiete folgte in Broichweiden erst nach dem 2. Weltkrieg – im Unterschied zu anderen Würselener Ortsteilen, wo Arbeiter- und Werkssiedlungen für die Familien der Zechen- und Industriearbeiter geschaffen wurden.

Das ‘Dichterviertel’ und das ‘Malerviertel’ entstanden in den 1960er und 1970er Jahren als typische Einfamilienhausgebiete für junge Familien. Hier finden sich freistehende eingeschossige Bungalows auf großen Grundstücken, aber auch Reihenhäuser auf etwas schmaleren Parzellen. Zeitgleich wurden vier 8-geschossige Hochhäuser mit Mietwohnungen in einem großzügigen grünen Umfeld errichtet.

Seit den 1990er Jahren wurden die Grundstücke aufgrund steigender Boden- und Baupreise kleiner. Doppelhäuser entstanden z. B. an der Emil-Nolde-Straße und der Fontanestraße sowie dichtere Baustrukturen, z. B. im Quemberwinkel oder in den 2010er Jahren an der Droste-Hülshoff-Straße (Siedlungsentwicklung).

Da diese großen Baugebiete überwiegend in einem gleichen Zeitraum mit gleichem Wohnungsangebot errichtet wurden und entsprechend viele Eigentümer im gleichen Alter dort einzogen, ergab sich eine sehr homogene Bewohnerschaft. Waren damals die jungen Familien beim Einzug etwa Mitte 30, wohnen heute nach dem Auszug der Kinder viele ältere Paare oder auch Alleinstehende in ihren Häusern. Dies zeigt sich sowohl in der Altersverteilung der Bevölkerung (Demografie) als auch beim baulichen Zustand der Gebäude, wenn Kraft und Geld für Renovierungsarbeiten fehlen. Peu à peu zeichnet sich ein Generationenwechsel ab und junge Familien bauen die Häuser ihren heutigen Wohnwünschen und den neuen energetischen Anforderungen entsprechend um.

Das Thema ‘Wohnen’ wird einen Schwerpunkt im Entwicklungsplan Broichweiden bilden. Welche Wohnformen werden benötigt? Wie kann barrierefreier Umbau der bestehenden Gebäude oder eine Aufteilung in zwei Wohnungen unterstützt werden, damit die älteren Bewohner*innen solange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden bleiben können? Gibt es alternative Angebote für Broichweidener, die ihr Einfamilienhaus verkaufen, aber in Broichweiden bleiben wollen? Dies betrifft die Einfamilienhäuser genauso wie die älteren Gebäude entlang des Straßennetzes. Welche Wohnungsangebote finden Menschen mit geringem Einkommen in Broichweiden?

wohnen

Lebensumfeld

Ein attraktiver Stadtteil braucht ein attraktives Lebensumfeld: wohnungsnahe Betreuung für Kinder, bedarfsorientierte Bildungsangebote, Sport- und Freizeitangebote und ein buntes Miteinander der Kulturen. Benachteiligte Gruppen müssen integriert und der soziale Zusammenhalt gefördert werden. Diese sogenannten ‘weichen Standortfaktoren’ tragen zu einer hohen Lebensqualität bei. Würselen stellt hierzu u. a. als ‘Stadt der Kinder’ besonders hohe Anforderungen.

Für etwa 200 Kinder im Alter von 0 bis 5 Jahre stehen 210 Kindergartenplätze zur Verfügung, davon 168 für Über-Dreijährige und 42 für Zweijährige Kinder. Eine vierte Kita soll im Neubaugebiet auf dem ehemaligen Kinkartz-Gelände gebaut werden. Aus den Wohngebieten sind die Kitas gut zu Fuß erreichbar. Der Einzugsbereich um die Kitas mit einem Radius von 350 m entspricht einer Wegeentfernung von etwa 500 m. Dies ist ein Weg, für den Kleinkinder zu Fuß etwa 15 Min. benötigen. Nur im Nordwesten fehlt ein fußläufiges Angebot, was aber durch die geplante Kita mittelfristig gedeckt wird. Darüber hinaus betreuen zwei Tagesmütter kleine Kinder unter 3 Jahren.

Der Einzugsbereich um die Grundschule mit einem Radius von 700 m entspricht einer Wegeentfernung von etwa 1 km. Dies ist ein Weg, für den Schulkinder zu Fuß etwa 15 Min. benötigen. Bei einem Radius von 1.000 m ist die Schule für alle Kinder im Plangebiet innerhalb von etwa 20 Minuten erreichbar. Den weitesten Weg werden künftig Schulkinder aus dem Neubaugebiet des Kinkartz-Geländes haben, für die ggf. auch die Schule in Linden-Neusen in Frage kommt.

Die ehemalige Förderschule Albert-Schweitzer-Schule im Helleter Feldchen wurde 2015 geschlossen. Einige Teile des Gebäudekomplexes sind bereits umgenutzt und bieten Raum für eine Kita sowie eine Altentagesstätte. Für andere Teile besteht noch Handlungsbedarf. Daher wird dieser Bereich als Lupenraum Albert-Schweitzer-Schule gesondert betrachtet.

Ein Treffpunkt für Jugendliche ist das ‘Downtown’, das von der Stadt Würselen als offene städtische Jugendeinrichtung geführt wird. Weitere Angebote bieten die beiden Kirchen sowie die zahlreichen Vereine im Stadtteil, wie die Sportvereine und die Jungenspiele. Die Zukunft des Jugendheims St. Lucia ist derzeit in Diskussion und noch offen.

Das Seniorenhaus Serafine bietet Kurzzeitpflege, vollstationäre Pflege sowie Servicewohnen in Appartements mit rund 60 Plätzen an. Darüber hinaus stehen Gemeinschaftsräume, Hausrestaurant und Hauskapelle auch Besuchern und Gruppen zur Verfügung.

Das Schauspielensemble Bühnenreif aus Broichweiden besteht seit 1998 und spielt auf der Bühne des ‘Lucia-Theaters’ im Jugendheim. Der Kirchenchor ‘Lucivers’ von St. Lucia singt weltliches wie auch neues geistliches Liedgut. Ebenfalls in St. Lucia beheimatet ist eine kleine Bibliothek.

Mobilität

Broichweiden ist sehr gut an das überregionale Verkehrsnetz mit der Anschlussstelle 5a an der Autobahn A 44 angebunden. Dies ist ein wichtiger Standortfaktor für Berufstätige, Wirtschaft und Handel.

Zentrale Verkehrsader in Broichweiden ist die Achse der Hauptstraße – Jülicher Straße, eine historische Straße aus der Römerzeit. Mit dem Bau der Umgehungsstraße L 223n im Jahr 2003 zwischen Birk und Merzbrück, dem neuen Autobahnanschluss 5a an der A 44 sowie der im Jahr 2011 eröffneten neuen Kreisstraße 34 parallel zur Autobahn wurde die Hauptstraße als ehemalige Bundesstraße B 1 zur Landesstraße (L 136) zurückgestuft. Die Verkehrsbelastung ist seitdem deutlich von knapp 15.000 KFZ pro Tag im Jahr 2005 auf rund 9.400 KFZ pro Tag im Jahr 2015 gesunken ist (Zählergebnisse von 2020 liegen im März 2021 noch nicht vor).

Im Zusammenhang mit der neuen Verkehrsführung wurde auch die Klassifizierung der Eschweiler Straße als Landesstraße zurückgenommen und der von Osten aus Merzbrück bzw. von der Autobahn-Anschlussstelle 5a an der A 44 kommende Verkehr nicht mehr über diese Straße ins Ortszentrum Broichweidens gelenkt. Daher bietet sich nun die Möglichkeit, über die Gestaltung des Straßenraums und Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung neu nachzudenken Lupenraum Eschweiler Straße.

Während auf den Hauptverkehrsachsen 50 km/h zulässig ist, sind die Wohngebiete überwiegend als Tempo-30-Zone verkehrsberuhigt.

Mit Ausnahme eines Bereichs an der Hauptstraße und Luciastraße sind die öffentlichen Parkplätze zeitlich nicht eingeschränkt und kostenlos. An der BAB-Anschlussstelle ist ein Park&Ride-Platz angelegt.

Die Hauptverbindung des ÖPNV wird über die Linie 11 zwischen Walheim – Aachen Hauptbahnhof – Hoengen und den Haltestellen ‘Weiden Kirche’ sowie ‘Vorweiden’ mit einem regelmäßigen Takt zwischen etwa 5 Uhr bis Mitternacht sowie 2 Nachtbussen samstags und vor Feiertagen angeboten. Die innerstädtische Linie Wü1 mit der Haltestelle ‘Nassauer Straße’ verbindet Broichweiden zusätzlich mit Würselen Mitte und Euchen in einem stündlichen Takt werktags zwischen etwa 7 Uhr und 19 Uhr, samstags zwischen etwa 8 Uhr und 18 Uhr.

Mit der Reaktivierung der euregiobahn und dem Haltepunkt Merzbrück soll eine neue Busverbindung eingesetzt werden, die Eschweiler über Merzbrück mit Würselen verbindet und eine direkte Anbindung des geplanten Gewerbegebietes sowie des Flugplatzes gewährleisten soll.

Broichweiden liegt außerhalb des NRW-Radverkehrsnetzes mit Knotenpunktsystem. Eine beschilderte Route verläuft über Schulstraße – Friedhofstraße – Feldstraße – Buschstraße – Eschweiler Straße – L 223n mit einer Anbindung im Westen an Knotenpunkt 74, nach Südosten zu 85 und Nordosten zu 78. Die beiden Umgehungsstraßen sind mit Radwegen ausgestattet.

Wirtschaft

Broichweiden ist durch einen stabilen Mix an Groß-, Mittel- und Kleinbetrieben gekennzeichnet. Der vorhandene Einzelhandel sichert die Grundversorgung. Diese Betriebe bieten Arbeits- und Ausbildungsplätze vor Ort. Weitere Arbeitsplätze entstehen demnächst im neuen Gewerbegebiet Merzbrück.

Auch nach der Schließung des Kinkartz-Werkes im Jahr 2015 sind weiterhin einige größere Betriebe in Broichweiden ansässig. Auffallend ist, dass alle familiengeführt sind und trotz Expansion und weiteren Niederlassungen ihren Stammsitz seit vielen Jahrzehnten vor Ort halten. Dazu zählen seit 1924 die Spedition Offergeld GmbH & Co. KG mit inzwischen über 2.000 Beschäftigten in zahlreichen Niederlassungen in Deutschland und Europa sowie einer angeschlossenen spezialisierten Kfz-Werkstatt, seit 1945 die Bauunternehmung Vonhoegen, seit 1977 die Willi Becker Landmaschinen GmbH & Co KG und seit 1979 die Softwarefirma Moser mit über 70 Mitarbeiter*innen an verschiedenen Standorten. Des Weiteren befinden sich kleinere Betriebe, wie der Hersteller hochwertiger Armbanduhren Marcello C und das Maschinenbauunternehmen Maul Konstruktionen, eine Kfz-Werkstatt und ein Heizung-Sanitär-Betrieb in Broichweiden.

Die Achse Hauptstraße – Jülicher Straße ist im Flächennutzungsplan der Stadt Würselen als zentraler Versorgungsbereich ausgewiesen. Hier befinden sich der REWE- und der Penny-Markt, die als Einkaufsmagnet viele Kunden anziehen und die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln sicherstellen. Innerhalb des Versorgungsbereichs sollen sich andere kleinere Betriebe ansiedeln, um die Einkaufsangebote in einem möglichst attraktiven Branchenmix räumlich zu konzentrieren.

Im Vergleich von 2006 zu 2013 konnte die Verkaufsfläche in Broichweiden von 2.760 qm auf 4.210 qm gesteigert werden – dazu trug wesentlich die Eröffnung des REWE-Marktes im Jahr 2008 bei. Zugleich erhöhten sich aber auch die leerstehenden Verkaufsflächen von 105 qm auf 285 qm. Die Tendenz war steigend, so dass aktuell von mehr leerstehenden Flächen auszugehen ist.

Lebensmittel werden über den REWE- und den Penny-Markt, einen Hofladen und zwei Bäckereifilialen angeboten, samstags zusätzlich von einem Obst- und Gemüsehändler auf dem Jodokusplatz. Das Einkaufsangebot wird durch einige kleinere Geschäfte ergänzt.

Je eine Filiale der Sparkasse, der VR-Bank und der Post finden sich zentral an der Hauptstraße. Arztpraxen und Apotheken sowie weitere Dienstleistungsunternehmen ergänzen das Angebot in Broichweiden. Das gastronomische Angebot reicht von Imbissbuden über Cafés bis hin zu Gaststätten. Übernachtungsmöglichkeiten sowie Gesellschaftsräume und einen Veranstaltungssaal bietet das Hotel-Restaurant Mennicken.

Die für Broichweiden (und die Region) typischen Gebäude mit großen Hofeinfahrten sind Zeugen der ehemals zahlreichen landwirtschaftlichen Betriebe, von denen heute nur noch drei im Ort ansässig sind. Im Norden Broichweidens liegt der landwirtschaftliche Betrieb Tremöhlen, im Süden befinden sich die Betriebe Haaken und Boeven, alle integriert in die umgebende Bebauung.

Freiraum

Freiräume innerhalb und außerhalb des Siedlungsbereichs übernehmen vielfältige Funktionen: sie dienen der Erholung und der Freizeitgestaltung, sie tragen zur Klimatisierung des Siedlungsbereichs bei, sie bieten Lebensraum für Pflanzen und Tiere und verknüpfen ökologisch hochwertige Biotope.

Broichweiden gehört naturräumlich zur Jülicher Börde mit ihren hochwertigen ertragreichen Böden.

Der Siedlungsbereich liegt innerhalb eines großen landwirtschaftlich genutzten Freiraums mit großen Feldfluren und nur wenigen gliedernden Gehölzen. Das zum Teil asphaltierte, zum Teil unbefestigte landwirtschaftliche Wegenetz ist aus den Wohngebieten gut erreichbar. Die L 223n und die Autobahn stellen für Fußgänger und Radfahrer Barrieren dar, die über Brücken (z.B. vom Kinkartz-Gelände über die L 223n) oder Unterführungen (z.B. Verlängerung der Kerstengasse unter der A 44) aus gequert werden können. Nur wenige Bänke laden zum Verweilen ein. Der einzige ausgeschilderte überregionale Fußweg ist ein Abschnitt des über die Jülicher Straße – Hauptstraße führenden Jakobspilgerwegs.

Innerhalb des Ortsteils Broichweiden finden sich nur wenige öffentliche Freiflächen. Es sind der Jodokusplatz, der Marktplatz insbesondere für die Zelte der Jungenspiele, die Grünflächen um die Kirche St. Lucia, der kleine Park an der Jülicher Straße/Grüner Weg, an der Eschweilerstraße /Nassauer Straße sowie der Grünzug mit Spielplatz an der Uhlandstraße, der große Wasserspielplatz Dürerstraße und eine große Rasenfläche an den Hochhäusern Lessingstraße/Herderstraße. Ansonsten befinden sich noch landwirtschaftlich genutzte Grünlandflächen im Ortskern.

Die Sportanlagen an der Parkstraße/Helleter Feldchen verfügen über einen Rasenplatz und einen Ascheplatz. Da hier eine Umgestaltung geplant ist, wird dieser Bereich als Lupenraum vertieft betrachtet. Angebote für den Pferdesport bieten die Reitsportanlage Rueben im Westen des Ortsteils und die Pferdepension Schiffer im Osten.

Umwelt

Grundvoraussetzung für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen ist eine intakte Umwelt. Lärmbelastungen bspw. führen auf Dauer zu Schwerhörigkeit, Stress und Herz-Kreislaufproblemen. Der Klimawandel führt zu Wetterextremen mit Hitzewellen, Dürreperioden oder Starkregen. Eine belastete Umwelt bedroht auch die biologische Vielfalt und naturnahe Ökosysteme dauerhaft in ihrer Existenz.

Täglich verkehrten 2018 auf der Autobahn A 44 rund 60.000 Kfz, davon rund 5.200 schwerer Güterverkehr. (Aufgrund der Baustelleneinrichtung liegen keine aktuelleren Werte der Dauerzählstelle vor.) Die Abbildung Verkehrslärm zeigt einen Ausschnitt aus der Lärmkartierung des Landes NRW für den 24-Stunden-Pegel LDEN. Dies ist der über alle 24-Stunden und alle Tage des Jahres gemittelte Dauerschallpegel. Der Verkehrslärm belastet insbesondere den Freiraum und den östlichen Siedlungsrand Broichweidens. Diese Situation wird sich absehbar mit dem Bau der Lärmschutzwand im Zuge des 6-streifigen Ausbaus der A 44 verbessern. Aber auch von der Umgehungsstraße L 223n reicht der Lärm in die Wohnbereiche hinein. Die höchsten Belastungen entstehen für die Anwohner der Hauptstraße / Jülicher Straße, die Lärmpegeln von über 70 dB(A), stellenweise sogar über 75 dB(A) ausgesetzt sind. Aufgrund der nahezu geschlossenen Straßenfront sind die dahinter liegenden Bereiche jedoch gut abgeschirmt.

Insbesondere an den Wochenenden kommt es außerdem zu Belastungen durch startende und landende Flugzeuge am Verkehrslandeplatz Merzbrück.

Die überwiegend locker bebauten Siedlungsbereiche Broichweidens lassen keine klimatischen Wärmebelastungen erwarten. Eine nächtliche Kaltluftströmung folgt stellenweise der Achse Hauptstraße – Jülicher Straße mit deutlicher Belüftungsfunktion im nördlichen Bereich.

Das Integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Würselen von 2010 enthält zahlreiche Maßnahmen, die sowohl Industrie, Gewerbe, private Haushalte als auch den Verkehr betreffen. Entscheidungen zur Energieeinsparung, einer rationellen Energieverwendung und zur verstärkten Nutzung regenerativer Energiequellen sind darüber vorbereitet.

Im Südosten und Norden grenzt das Landschaftsschutzgebiet LSG-5102-0008 ‘Grünland mit Gehölzbestand um die Ortslagen Linden-Neusen und Weiden’ an. Flächen für den Biotopverbund VB-K-5102-015 ‘Ortsrandlagen zwischen Weiden und Broicher Siedlung’ ragen teilweise in den Siedlungsbereich hinein. Sie haben eine besondere Bedeutung als Verbindungs-, Ergänzungs- und Entwicklungsbereich des Biotopverbundes. Nördlich der Schulstraße endet die Biotopkatasterfläche BK-5102-063 ‘Hecken-Obstweiden-Komplex westlich von Weiden’.

Besondere Bedeutung für den Artenschutz haben die innenliegenden landwirtschaftlichen Flächen mit Steinkauzvorkommen sowie die an den Siedlungsraum angrenzenden und als geschützter Landschaftsbestandteil ausgewiesene Obstwiesen.

Das Altlastenverdachtsflächenkataster der StädteRegion Aachen erfasst für Broichweiden mehrere Flächen. In der Regel sind bei den im Kataster erfassten Flächen weitere Recherchen notwendig, um festzustellen, ob es sich wirklich um Altlasten handelt.