CO2-Bilanz

Die Erstellung einer CO2-Bilanz verfolgt das Ziel, den Ist-Zustand zu einem bestimmten Zeitpunkt zu ermitteln. Diese Startbilanz dient dann als Grundlage für eine fortlaufende Bilanzierung der CO2-Emissionen. Sie wird demnach als Ausgangspunkt angesehen, der es ermöglicht die nachfolgenden Veränderungen der CO2-Emissionen zu bewerten. Auf nationaler und internationaler Ebene ist dieser Ausganspunkt stets das Jahr 1990. Auf der kommunalen Ebene ist dies jedoch in der Regel nicht umsetzbar, da die nachträgliche Datenerfassung nur mit sehr hohem Aufwand beziehungsweise mit großen Ungenauigkeiten möglich ist. Daher ermitteln Kommunen ihre Startbilanz für ein Jahr, zu dem entsprechende Daten vorliegen.

Die Stadt Würselen hat für ihr Stadtgebiet genau so eine CO2-Bilanz im Rahmen des Integrierten Klimaschutzkonzeptes erstellt. Aus der Verknüpfung des Energieverbrauchs der verschiedenen Verbrauchsektoren und den spezifischen Emissionsfaktoren der unterschiedlichen Energieträger ergibt sich für das Jahr 2007 ein CO2-Ausstoß von 328.000 Tonnen. Dies entspricht einem Pro-Kopf-Ausstoß von 8,7 Tonnen CO2. Damit liegt die Stadt Würselen etwa 10,3% unterhalb des Bundesdurchschnitts von 9,7 t CO2 pro Kopf im Jahr 2007, allerdings auch deutlich über der verträglichen Quote von 2,5 t pro Erdenbürger und Jahr.

Den größten Anteil an den CO2-Emissionen im Stadtgebiet hat dabei der Verkehrssektor (36,5%), gefolgt von den Haushalten (31,3%) und der Wirtschaft (30,8 %). Die Kommunalen Einrichtungen hingegen haben nur einen sehr geringen Anteil von 1,4% an den CO2-Emissionen. Hieraus ergibt sich, dass die Stadt nur als Vorreiter und Vorbild im Bereich Klimaschutz fungieren kann. Um die ehrgeizigen nationalen Klimaschutzziele zu erreichen ist sie jedoch auf die Bereitschaft der Haushalte und der Wirtschaft, sich ebenfalls für den Klimaschutz einzusetzen, angewiesen.

Da die Datenerhebung für die CO2-Bilanz mit sehr viel Aufwand verbunden ist, hat sich die Stadt Würselen – wie viele Kommunen – dazu entschlossen die Fortschreibung ihrer CO2-Bilanz in einem Abstand von mehreren Jahren durchzuführen. Für das Jahr 2013 ist die nächste, vollständige Datenerhebung geplant, um die Bemühungen der Stadt, die CO2-Emissionen zu reduzieren, auch kontrollieren und dokumentieren zu können.

Einsparpotentiale

Die CO2-Einsparpotentiale beziffert die Stadt in den vier Verbrauchssektoren auf insgesamt 58.500 t CO2 im Jahr (17,8 %). Hinzu kommen die Potentiale der Erneuerbaren Energien im Stadtgebiet, deren Einsatz pro Jahr 137.500 t CO2-Emissionen (41,9%) ersetzen könnten. Zusammen genommen ließen sich die CO2-Emissionen also um 59,7% pro Jahr senken. Mittelfristige Zielsetzung der Stadt ist es, bis zum Jahr 2020 die CO2-Emissionen um etwa 61.000 t CO2 im Jahr (18,6%) zu reduzieren.