STRAßENBAU

Großes Interesse beim Bürgerinfoabend zur Hauptstraße

Infolge des Wasserrohrbruchs im Oktober und der enormen Schäden ist die Hauptstraße weiterhin vollgesperrt. Stadt Würselen und Regionetz hatten zu einem Infoabend eingeladen, um einen transparenten Einblick in den weiteren Zeitplan zu geben.

Es war mir wichtig, Sie hier vor Ort darüber zu informieren, was genau passiert ist

So begrüßte Bürgermeister Roger Nießen die zahlreichen Anwohner. Allen sei die enorme Belastung bewusst, vor allem für die Anwohner Broichweidens. Er erläuterte die verschiedenen Zuständigkeiten, allen voran Straßen.NRW als Straßenbaulastträger und die Regionetz bzw. STAWAG als Eigentümerin der Trinkwasserleitung. Auch Versicherungen seien ein großes Thema im Zusammenhang mit den massiven Schäden in der Straße, aber auch am betroffenen Gebäudekomplex, deren Schilderungen für allgemeine Betroffenheit beim Infoabend sorgten. Insgesamt sei vieles zu klären gewesen, was nach außen nicht immer sichtbar war. 

Moderator Robert Esser führte gekonnt durch die Veranstaltung. Er stellte die Experten des Infoabends vor, in erster Linie Thimo Grubert, Gruppenleiter Netzbetrieb Hydraulik bei der Regionetz, sowie Tobias Hibbe, Leiter Asset Steuerung, Bereich Wasser bei der STAWAG. Im weiteren Verlauf des Abends konnte auch René Peltzer vom Ordnungsamt der Stadt Würselen einige Fragen direkt beantworten. Ebenso bedankte Robert Esser sich stellvertretend für die Organisatoren für die rege Teilnahme der Gäste, was deutlich effizienter als einzelne Mails sei und die Gelegenheit biete, sich direkt auszutauschen – mit den betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern sowie deren Fragen und Sorgen. 

Wir nehmen Ihre Fragen und Statements mit. Dieser Abend ist keine Einbahnstraße. Wir kommen ins Gespräch und wollen bestmöglichen Kenntnisstand erreichen sowie einen bestmöglichen Plan, wie es weitergehen kann.

Aktuelle Notmaßnahme Hauptstraße

Thimo Grubert fasste die Ereignisse noch einmal kurz zusammen:

Hintergrund

Am 24. Oktober kam es zu einem Wasserrohrbruch auf der Hauptstraße in Würselen auf Höhe der Hausnummer 93. Dabei wurde sowohl die Fahrbahn als auch der Gehweg stark unterspült, was zu einer Beschädigung des Gebäudefundaments und infolgedessen auch zu Rissbildungen am Gebäude geführt hat. Um die Wasserversorgung wieder herzustellen, war die Sperrung der Hauptstraße in Abstimmung mit der Stadt Würselen nötig. Noch am selben Tag konnte die Wasserversorgung wiederhergestellt werden, was eine positive Nachricht ist. 

Was wurde gemacht?

Es waren geologische Untersuchungen erforderlich, außerdem eine statische Begutachtung des Gebäudes. Das Vorgehen erforderte Abstimmung mehrerer Fachdisziplinen und hatte eine hohe Sicherheitsrelevanz.  Das war auch der Grund, warum es nicht möglich war, einen genauen Zeitplan zu kommunizieren. Dies war erst möglich, nachdem die Sicherungsmaßnahme am Gebäude geplant wurden. Die notwendigen Gutachten bauten teilweise aufeinander auf. Die Arbeiten haben sich insgesamt sehr lange hingezogen, ohne dass man eine Veränderung gesehen hat. Es habe lange Zeit keinen neuen Sachstand gegeben.

Aktueller Sachstand Notmaßnahme

Die Sicherungsmaßnahmen wurden am 18. Februar abgeschlossen. Ab nächsten Montag werden neue Leitung verlegen. Die Betonstützen an dem betroffenen Gebäudekomplex müssen aushärten, so dass zunächst nur schonend gearbeitet werden kann. Es ist mit einer Fertigstellung der Notmaßnahme Anfang Mai zu rechnen. Anschließend wird die Hauptstraße wieder für den Verkehr freigegeben.

Trinkwassernetz der STAWAG

Tobias Hibbe gab einen Überblick über das Trinkwassernetz der STAWAG: 

Überblick

Das Netz umfasst rund 2.000 km, verfügt über ca. 800 km Anschlussleitungen und ca. 1.200 km Versorgungsleitungen. Insgesamt werden rund 600.000 Menschen mit Trinkwasser versorgt. 

Wichtig ist eine fortlaufende Bewertung des Trinkwassernetzes. Es handelt sich um eine Bestandleitung aus Grauguss DN 250, der heutige Standard ist PE (Kunststoff). Die Qualität der Leitungen variiert je nach Alter und Beschaffenheit. Nicht die ältesten Leitungen sind automatisch immer die Schlechtesten. Man arbeitet mit einer Schadenseintrittswahrscheinlichkeit als theoretischem Wert, es geht dabei um die Ermittlung einer Reihenfolge und eines Zeitpunkts zum Austausch von Trinkwasserleitungen. In der Praxis sind immer wieder Kompromisse notwendig. Es ist wichtig, den Zustand jederzeit im Blick zu haben und über eine genaue Bewertung der Leitungen zu verfügen. 

Trinkwassernetz Hauptstraße

Eine solche Bewertung liegt für die Hauptstraße vor, demzufolge die Erneuerung der Leitung durch die STAWAG priorisiert wird. Es steht fest, dass sie saniert werden muss.

Die Regionetz und die Stadt Würselen werden diese Maßnahme detailliert abstimmen und anschließend über Zeitpunkt, Ablauf, Dauer und notwendige Einschränkungen umfassend informieren.

Fragen der Anwohnerinnen und Anwohner

Im Anschluss an die Vorträge von Regionetz und STAWAG standen die Verantwortlichen den Anwohnerinnen und Anwohnern als direkte Ansprechpartner zur Verfügung. Diese Gelegenheit wurden umfangreich genutzt, so dass viele Fragen sofort geklärt werden konnten. Die Anwohnerschaft berichtete über die problematische Verkehrslage, es wurden alternative Umleitungen vorgeschlagen und Zuständigkeiten erläutert. 

Weitere Baumaßnahme in der Hauptstraße steht bevor

Vor allem beschäftigte die Anwohnerinnen und Anwohner die Frage, ob und inwiefern es weitere Tiefbauarbeiten in der Hauptstraße geben wird. 

„Die Trinkwasserleitung muss saniert werden“, betonte Hibbe und bejahte damit die Frage nach weiterer Bautätigkeit. In welchem Ausmaß, mit oder ohne Vollsperrung und in welchem Zeitraum – diese Fragen blieben vorerst offen.

 „Es geht um einen größeren Abschnitt, der derzeit durch Bohrungen und weitere Begutachtungen genau ermittelt wird. Detailfragen können erst im Zuge der anschließenden Planung betrachtet werden. Die bestehende Trinkwasserleitung muss in Betrieb bleiben. Daneben muss eine Trasse gefunden werden, in der gebaut wird. Das hängt alles davon ab, welche Versorger sich anschließen und das offene Baufeld nutzen. Auch die Verkehrsführung ist davon abhängig, welche Arbeiten durchgeführt werden.“

In den nächsten zwei Monaten werde man mit der konkreten Planung beginnen können. Sobald die Maßnahme geplant ist, werden Regionetz und Stadt Würselen darüber ausführlich informieren. Es wird einen weiteren Bürgerinfoabend geben, wozu frühzeitig eingeladen wird. 

Dazu Bürgermeister Roger Nießen:

Wir werden als Stadt die Interessen der Anwohner bestmöglich vertreten und setzen dabei auf die Zusage der Regionetz, besser und transparenter über einzelne Schritte zu informieren.

Die offenen Fragen des Infoabends werden in Kürze als „Fragen & Antworten“ auf wuerselen.de veröffentlicht.

Aktuelle Informationen

Aktuelle Informationen zur Notmaßnahme und auch zur zukünftigen Sanierung der Trinkwasserleitung in der Hauptstraße gibt es auf der städtischen Internetseite unter wuerselen.de/hauptstrasse, hier sind auch die diesbezüglichen Pressemitteilungen der Regionetz zu finden.