Das Ehrenamt hat in Würselen einen festen Platz – und einmal im Jahr bekommt es die ganz große Bühne. Am Donnerstag, 2. Juli, lud die Stadt Würselen zum bereits 22. Mal zum traditionellen Ehrenamtsabend ein. Auf der Freilichtbühne der Burg Wilhelmstein wurden Bürgerinnen und Bürger für ihr herausragendes Engagement mit der Ehrenmedaille „Wöschelter Düvel“ ausgezeichnet. Es wurde ein Abend, der von tiefer Wertschätzung, rührenden Momenten und einer gehörigen Portion Humor geprägt war.
Durch das Programm führte in gewohnt unterhaltsamer Manier das eingespielte Moderatorenteam der Stadtverwaltung: Presssprecherin Miriam Stickelmann und Bürgermeisterreferent Ben Beckers. Die beiden feierten an diesem Abend ein besonderes Highlight: Seit mittlerweile fünf Jahren stehen sie in dieser Konstellation gemeinsam auf der Bühne. Für Erheiterung im Publikum sorgte dabei nicht zuletzt ein sprachlicher Exkurs: Als die Frage aufkam, was wohl die Mehrzahl von „Laudatio“ sei. Das Thema entwickelte sich prompt zum Running Gag des Abends – das Publikum war amüsiert, und das Moderatorenteam wurde den ganzen Abend über mit augenzwinkernden Informationen und Zurufen versorgt. (Anm.: Der Plural lautet Laudationen.)

Ben Beckers und Miriam Stickelmann – das Moderatorenteam des Abends.
„Ehrenamt macht unsere Stadt menschlicher.“
In seiner Festrede fand Bürgermeister Roger Nießen sichtlich bewegte Worte für die Menschen, die sich tagtäglich in den mehr als 200 Vereinen, bei der Feuerwehr, in den Kirchen, im Sport, im sozialen Bereich, in der Kultur und im Brauchtum einsetzen. Er betonte, dass Schulen, Kitas und Straßen zwar wichtig seien, aber erst der Einsatz der Menschen füreinander eine echte Heimat schaffe. Besonders hob er in diesem Jahr auch das 50-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Würselen und Morlaix hervor, das im September in Würselen weitergefeiert wird – ein Brückenschlag, der ebenfalls nur durch ehrenamtliches Herzblut lebendig bleibt.

In Bezug auf die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und die bundesweite Aktion „Kommunen am Limit“, an der auch die Stadt Würselen teilgenommen hat, spannte der Bürgermeister den Bogen zum Kern des Abends:
Ehrenamt ersetzt keine kommunalen Aufgaben. Und das soll es auch nicht. Aber Ehrenamt macht unsere Stadt menschlicher. Lebendiger. Stärker. Und genau deshalb ist jeder einzelne Mensch, den wir heute auszeichnen, ein Gewinn für Würselen.
Rührende Momente und Eintrag ins Goldene Buch
Es folgten die insgesamt acht Ehrungen. Abwechselnd wurden die Medaillen und Urkunden von Bürgermeister Roger Nießen sowie seinen Stellvertretern Thomas Havers, Winfried Hahn und Balthasar Tirtey übergeben. Es waren durchweg emotionale Momente: Der tiefe Stolz stand den Geehrten ins Gesicht geschrieben, als sie gemeinsam mit ihren Laudatorinnen und Laudatoren auf der Bühne standen. Der ergreifende Blick von der Bühne in die voll besetzten Reihen der Burgruine und der Applaus des Publikums taten ihr Übriges – es flossen einige Tränen der Rührung.
Geehrt wurden Angela Kriescher (AWJ e.V.), Dr. Anton Gülpen (Deutscher Kinderschutzbund OV Würselen e.V.), Ursula Keysselitz (Würselener Tafel e.V., Wir in Würselen e.V. u.a.), Ralf Rübben (Fahnenschwenkergemeinschaft Dobach St. Jobs und Linden-Neusen), Ralf Lahaye (Förderverein der Freunde und Förderer der Sebastianusschule), Hans-Jürgen Dümont (St. Hubertus-Schützengilde 1879 Würselen-Morsbach e.V.), Jürgen Schultheis (St. Hubertus Schützenbruderschaft Würselen-Scherberg 1894 e.V.) und Dominique Séchet (1. WKV 1928 e.V.).

Der erste Programmpunkt des Abends: die Showtanztruppe der Kinder- und Jugendabteilung des 1. Würselener Karnevalsvereins 1928
Für eine besondere Überraschung sorgte die letzte Ehrung des Abends: Dominique Séchet wurde völlig unvorbereitet auf die Bühne gebeten. Der gebürtige Franzose hatte im Vorfeld tatsächlich keinen blassen Schimmer von seiner bevorstehenden Auszeichnung und fand sich sichtlich verblüfft, aber hocherfreut im Scheinwerferlicht wieder. Geehrt wurde er für sein langjähriges und leidenschaftliches Engagement im 1. Würselener Karnevalsverein 1928 (WKV). Diese Auszeichnung war an diesem Abend von ganz besonderer Symbolkraft, da Würselen und die bretonische Partnerstadt Morlaix in diesem Jahr das stolze Jubiläum ihrer 50-jährigen Freundschaft feiern – ein schöneres Zeichen für gelebte Völkerverständigung und Integration im lokalen Brauchtum hätte es kaum geben können.
Ebenso treffend wie der gesamte Abend war auch die kulturelle Begleitung: Nach dem schwungvollen Auftakt durch den Showtanz der Kinder- und Jugendabteilung des 1. Würselener Karnevalsvereins 1928 (WKV) zog der bekannte Violinist Martin Guha die Gäste in seinen Bann. Seine musikalische Untermalung spiegelte die Dynamik des Abends perfekt wider – mal wertschätzend und emotional mit Gänsehautgarantie, mal schnell und mitreißend.

Die feierliche Eintragung aller Geehrten und des Bürgermeisters sowie seiner Stellvertreter in das Goldene Buch der Stadt Würselen.
Zum krönenden Abschluss des offiziellen Teils durften sich alle frisch Ausgezeichneten in das Goldene Buch der Stadt Würselen eintragen. Bei einem anschließenden Snack und einem kühlen Getränk kam man noch miteinander ins Gespräch, tauschte Erlebtes aus und ließ den rundum gelungenen Abend gemütlich ausklingen.
Schauen Sie sich in dieser Fotostrecke die einzelnen Ehrungen an:
