NACHRUF

In tiefer Trauer um einen Visionär: Zum Tode des Bildhauers Albert Sous

Als Kind erlebte er die harten und prägenden Jahre des Zweiten Weltkriegs. Doch schon früh stand für ihn fest, dass es kein Mittelmaß geben durfte. Überall entdeckte er Dinge, die ihn magisch anzogen und faszinierten. Er wollte lernen, verstehen und vor allem: mit eigenen Händen erschaffen. 1961 legte er die Meisterprüfung im Gold- und Silberschmiedehandwerk ab, in den folgenden Jahren sammelte und verarbeitete er unzählige aufgefundene Gegenstände und erschuf damit unverwechselbare Kunstwerke. Albert Sous ist Anfang Juli im Alter von 91 Jahren gestorben.

Seine Arbeiten im öffentlichen Raum setzen bis heute deutschlandweit unübersehbare Zeichen. Dazu gehören die markanten Edelstahlsäulen vor den Aachener Carolus-Thermen, vor allem der Kugelbrunnen in der Adalbertstraße, womit er weltberühmt wurde, nicht zuletzt der Brunnen „Bürger von Morlaix“ vor dem Würselener Rathaus, der Edelstahlbrunnen auf dem Lindenplatz, das Portal der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Bardenberg, der Altar in der evangelischen Kirche Grevenberger Straße und der meterhohe Metallstuhl auf dem Kreisverkehr Verlautenheide. Auch die Amtskette des Bürgermeisters hat Sous geschaffen. Seine Werke sind einzigartig und preisgekrönt. Für deren Erhalt wird die Stadt Würselen sich weiterhin einsetzen. 

Trotz internationaler Anerkennung und zahlreicher Fernreisen blieb sein Herz stets in Würselen. Hier lebte und wirkte er gemeinsam mit seiner Ehefrau Susi, hier zog er seine vier Kinder groß. Hier war sein kreativer Rückzugsort.

Sein Wohnsitz am Ravelsberg, der Flaschentresor mit grüner Glaskuppel, unverkennbar.

Ein bleibendes Vermächtnis

Albert Sous hat uns gezeigt, dass Kunst nicht nur im Museum stattfindet, sondern gelebt, angefasst und erfahren werden muss. Seine Skulpturen und feinen Arbeiten werden an vielen Orten sichtbar bleiben und uns täglich an seine Visionen erinnern.

Sein schöpferisches Wirken wird unsere Stadt auch über seinen Tod hinaus prägen und die Erinnerung an ihn lebendig halten. Wie tief verankert seine Arbeiten im Bewusstsein unserer Gemeinschaft sind, zeigte sich erst im vergangenen Jahr: Die Stadt Würselen veröffentlichte eine Reihe von Videos, die den Bürgerinnen und Bürgern die Hintergründe und Entstehungsgeschichten seiner Kunstwerke näherbrachten. Diese Einblicke in sein Schaffen gewinnen nun einen ganz neuen, schmerzlichen Wert – sie bleiben uns als kostbares filmisches Vermächtnis eines Künstlers erhalten, dessen Spuren im öffentlichen Raum unvergessen bleiben.

Die Stadt Würselen verneigt sich in Dankbarkeit und tiefem Respekt vor dem Lebenswerk eines großen Künstlers. Unser Mitgefühl und unsere Gedanken gelten in diesen schweren Stunden seiner Ehefrau Susi, seinen Kindern und allen Angehörigen.


Das Schaffen, seine Gedanken und die Entstehung seiner Werke wurden im vergangenen Jahr in Filmbeiträgen festgehalten und sind unter www.wuerselen.de/sous veröffentlicht. Sie sind ein bleibendes Zeugnis seiner Visionen – und eine Einladung, Albert Sous und seine Werke auch für kommende Generationen lebendig zu halten.