Der Erste Beigeordnete der Stadt Würselen Marius Claßen hieß die sichtlich aufgeregten, aber bestens vorbereiteten Delegierten der Schülerparlamente im Ratssaal willkommen. Begleitet wurde das Projekt von Nadine Schuricht (Schulamt) und Nathalie Thomé (Jugendamt). Das absolute Highlight für die Kids? Ganz klar die Sprechanlage im Saal, durch die ihre Stimmen wie bei den „großen“ Politikern klangen. Doch im Mittelpunkt standen die mitgebrachten Fragen, Wünsche und Ideen.
Die Anliegen der Schulen im Überblick
GGS Bardenberg: Prioritätenliste für den Schulhof
Den Anfang machten die Schülerinnen und Schüler aus Bardenberg. Sie hatten sich im Vorfeld intensiv mit ihrem Schulhof beschäftigt, Wünsche gesammelt und im Parlament priorisiert. Das Ergebnis übergaben sie als offiziellen Brief an Marius Claßen.
- Reaktion der Verwaltung: Claßen dankte herzlich für die Mühe und hatte direkt gute Nachrichten: Die Schule war Thema im Ausschuss, wo über ein neues Raumkonzept beraten wurde. Er versprach, die Ideen für den Schulhof und die Spielgeräte mit zu berücksichtigen.
Wurmtalschule (Scherberg): Lob und To-Do-Listen
Die Kinder aus Scherberg starteten mit viel Lob für ihre Stadt: Die Stadtbücherei, die vielen Zebrastreifen auf der Kaiserstraße, der Stadtgarten und das Wurmtal zum Spazieren kamen super an. Aber sie hatten auch konkrete Forderungen im Gepäck:
- Spielplätze & Freizeit: Es fehlen offene Fußballplätze und Angebote für ältere Kinder. Zudem vermüllen Spielplätze schnell (oft liegen dort gefährliche Glasscherben). Hier fordern die Kinder mehr Mülleimer, häufigere Leerungen und strengere Kontrollen.
- Verkehr & Freizeit: Der Kalkberg soll wieder für Mountainbikes geöffnet werden. Zudem wird vor Schulen oft zu schnell gefahren und es fehlt manchmal der Schullotse. Sogenannte Elterntaxis seien außerdem ein Problem.
Reaktion der Verwaltung: Claßen versprach, das Müllproblem und das Thema Elterntaxis mitzunehmen. Er skizzierte kindgerecht, wie schwierig es hier ist, für alle eine passende Lösung zu finden. Die Stadt habe aber hier bereits Maßnahmen ergriffen und bleibe weiter am Ball.

GSV Weiden-Linden
An beiden Standorten tut sich aktuell viel – unter anderem sind ein Mensacontainer und eine kleine Gymnastikhalle geplant. Dennoch gab es Redebedarf:
- Standort Weiden: Simon und seine Mitschüler berichteten von Vandalismus auf dem Schulhof und schlugen Kameras vor. Außerdem fehlen Fahrradständer, weshalb Räder ständig umfallen. Wegen Autos, die über Rot fahren, wünschen sich die Kinder Blitzer, und auch Elterntaxis sorgen für Frust.
- Standort Linden: Hier freute man sich über eine neue Schülerlotsin. Ärger gibt es jedoch über Eltern, die unberechtigt auf dem Lehrerparkplatz parken. Sorge bereiten den Kindern auch Graffitis und ein Vorfall, bei dem eine OGS-Mitarbeiterin beleidigt wurde.
Auch hier versprach Claßen, sich den Problemen anzunehmen.
Sebastianusschule: Ein Jahr später – Was wurde umgesetzt?
Besonders spannend war die Rückmeldung zum Termin aus dem Vorjahr, denn hier zeigte sich, dass die Kinder gehört werden:
- Erfolge: Die im Vorjahr geforderten Elternhaltestellen wurden an der Grundschule Mitte und der Gesamtschule erfolgreich umgesetzt. Eine tolle Entwicklung! Auch das Projekt „mehr Kinderbücher“ läuft: Eine neue Kollegin in der Stadtbücherei bietet jetzt Führungen an und bestellt gezielt neue Bücher.
- Neue Ideen: Mülleimer gibt es laut den Kindern zwar genug, sie müssten aber besser genutzt werden – vielleicht durch „coole Sprüche“ und ein schönes Design.
- Dauerbrenner Skaterbahn: Hier passierte den Kindern zu wenig.
In puncto Skaterbahn erklärte Claßen die Lage: An der Stelle ist ein moderner „Pumptrack“ in Planung. Das brauche noch etwas Zeit, sei aber auf dem Weg.
Appell an die Kinder: „Sprecht mit euren Eltern!“

Marius Claßen nutzte die Gelegenheit, um über geplante Themenräume an allen Schulen zu sprechen (die Sebastianusschule hat bereits einen) und berichtete vom geplanten Riesen-Sandkasten auf dem Campagnatico-Platz, der hier für zwei Monate zu nutzen sein wird.
Beim Dauerthema Verkehr nahm er die Kinder selbst in die Pflicht: „Sprecht bitte mit euren Eltern darüber, wie gefährlich Elterntaxis direkt vor der Schule sind. Ihr müsst sicher zur Schule kommen!“
Das Fazit des Tages: Ein großes Dankeschön an alle Kinder für ihren Einsatz – die Zukunft Würselens ist bei diesen engagierten Nachwuchspolitikern in besten Händen.
