Mobilität

Würselen bewegt sich: Bürger gestalten die Mobilität von morgen

„Nicht für die Bevölkerung, sondern mit ihr“ – mit diesem klaren Versprechen eröffnete die Technische Beigeordnete Heike Ohlmann den Abend. Gemeinsam mit den Experten des Büros Stadtverkehr (Hilden) und des Büros Stadtkinder (Dortmund) möchte die Stadtverwaltung ein Konzept entwickeln, das alle Generationen sicher und klimafreundlich ans Ziel bringt. Dass dieser Weg politisch gewollt ist, zeigte bereits die durchweg positive Resonanz im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung am vergangenen Dienstag.

Ein Konzept, das niemanden am Straßenrand stehen lässt

Lennard Bruhn vom Büro Stadtverkehr betonte das Ziel einer „eigenverantwortlichen Mobilität für alle“. Ob Kinder auf dem Schulweg, Senioren beim Einkauf oder Pendler auf dem Weg zur Arbeit: Ziel ist eine hohe Lebensqualität ohne unnötige Einschränkungen. Um keine Luftschlösser zu bauen, wird ein digitales Verkehrsmodell erstellt. Damit lässt sich simulieren, wie sich etwa die geplante Regiotram oder ein verstärktes Radwegenetz auf den Verkehrsfluss auswirken.

Die Wissenschaft der Wege: Haushaltsbefragung startet

Um die echten Bedürfnisse der Würselener zu verstehen, startet Ende Mai eine großflächige Haushaltsbefragung. Per Zufallsprinzip erhalten Haushalte Post von der Stadt. Die Teilnahme an der anonymen Umfrage hilft dabei, den sogenannten „Modal Split“ – also die Verteilung der verschiedenen Verkehrsmittel – präzise zu erfassen. Die Stadt bittet alle kontaktierten Bürger herzlich um Unterstützung: Jedes Kreuz zählt für eine passgenaue Planung.

Klartext an den Pinnwänden: Wo es hakt und wo es rollt

Nach der Theorie folgte die Praxis: Im zweiten Teil des Abends wurde der Ratssaal zum Marktplatz der Ideen. An Stellwänden und auf Stadtkarten konnten die Anwesenden direkt markieren, wo der Schuh drückt. Das Ergebnis war eindeutig: Während der Auto- und Fußverkehr als „ganz okay“ bewertet wurde, sahen die Teilnehmer beim Radverkehr und dem ÖPNV erheblichen Nachholbedarf.

Kritikpunkte waren unter anderem:

  • Die schlechte ÖPNV-Anbindung des Gewerbegebiets Aachener Kreuz.
  • Fehlende Barrierefreiheit und unklare Geschwindigkeitsbegrenzungen.
  • Mängel bei der Schulwegesicherheit und der Fahrradinfrastruktur.


Trotz der langen Liste an Aufgaben herrschte am Ende des Abends Aufbruchstimmung. Die Schülervertretungen (SVs), die bereits erste Impulse einbrachten, zeigten, dass auch die junge Generation bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.

Jetzt sind Sie gefragt: Online-Beteiligung gestartet!

Wer am Donnerstag nicht dabei sein konnte, muss nicht schweigen. Ab sofort ist die Online-Beteiligung freigeschaltet. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, ihre Wünsche und Kritikpunkte auf einer interaktiven Karte zu verorten: https://www.jetzt-mitmachen.de/mobilitaetskonzept_wuerselen/

Wie geht es weiter? Nach der Online-Phase folgt eine spezielle Beteiligung für Kinder und Jugendliche. Anfang 2027 sind dann weitere Bürgerdialoge in den einzelnen Stadtteilen geplant, um die konkreten Maßnahmen zu diskutieren.

Aktuelle Informationen unter wuerselen.de/mobilitaet.