SCHULE

Gemeinsam Ganztag gestalten – Würselen entwickelt die Bildungslandschaft weiter

Seit Januar 2025 beteiligt sich die Stadt Würselen am Förderprogramm „Ganztag in Bildungskommunen – Kommunale Koordination für Ganztagsbildung“. Ziel ist es, die Zusammenarbeit von Schulen, Offenen Ganztagsschulen (OGS), Jugendhilfe und weiteren Partnern zu stärken und den Ganztag gemeinsam weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kinder: Sie sollen den Ganztag als einen Ort erleben, an dem sie lernen, sich entwickeln, mitgestalten und sich wohlfühlen können.

Mit dem schrittweisen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder gewinnt der Lebensraum Schule weiter an Bedeutung. Kinder verbringen einen großen Teil ihres Tages in der Schule und im Offenen Ganztag. Damit steigen auch die Anforderungen an die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachkräfte und Einrichtungen, die sie begleiten.

Genau hier setzt das Förderprogramm „Ganztag in Bildungskommunen“ an. Vereinfacht gesagt geht es darum, die verschiedenen Akteure rund um Bildung und Betreuung stärker miteinander zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

Feste Ansprechpartnerin für die OGS

In Würselen übernimmt Lisa Gülpen, Koordination Jugendhilfe und Schule im Jugendamt der Stadt Würselen, die Kommunale Koordination für Ganztagsbildung. Sie ist Ansprechpartnerin für die Offenen Ganztagsschulen und bringt deren Anliegen in die Stadtverwaltung ein. Gleichzeitig unterstützt sie dabei, gemeinsame Projekte anzustoßen und bestehende Strukturen weiterzuentwickeln.

„Eine Bildungskommune lebt davon, dass die Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Gute Ganztagsbildung entsteht dort, wo Schule, Jugendhilfe und Offener Ganztag ihre unterschiedlichen Perspektiven zusammenbringen und gemeinsam Verantwortung übernehmen“, sagt Lisa Gülpen.

Ein wichtiger Baustein sind die regelmäßigen Treffen der OGS-Leitungen. Diese gab es bereits vor Beginn des Förderprogramms. Neu ist, dass die Treffen nun durch eine feste Ansprechpartnerin des Jugendamtes begleitet werden. Anliegen können dadurch unmittelbar aufgenommen, Fragen schneller geklärt und gemeinsame Themen gezielt weiterentwickelt werden.

Auch bei der Weiterentwicklung des kommunalen Rahmenkonzeptes zum Rechtsanspruch auf Ganztagsförderung ist die Kommunale Koordination beteiligt. Darüber hinaus fließen Erfahrungen aus Fortbildungen und der Austausch mit anderen Kommunen und Fachstellen in die Arbeit vor Ort ein.

Zusammenarbeit und Vernetzung stärken

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachkräfte, die Kinder im Schulalltag begleiten. Dazu gehören unter anderem Schulsozialarbeit, Schulleitungen und OGS-Mitarbeitende. Ziel ist es, Schnittstellen besser zu nutzen, Informationen schneller weiterzugeben und Wege zu verkürzen, wenn Fragen oder Herausforderungen entstehen.

Auch die Mitarbeitenden der OGS stehen im Mittelpunkt. Das Jugendamt organisiert einmal jährlich einen Fachtag für alle OGS-Mitarbeitenden. Neben fachlichen Themen stehen dabei insbesondere der Austausch und die Vernetzung im Vordergrund. Gleichzeitig soll der Fachtag die wichtige Arbeit der Mitarbeitenden würdigen, die die Kinder täglich begleiten und betreuen.

„Mit der Kommunalen Koordination möchten wir bestehende Strukturen stärken, Wege verkürzen und den Ganztag gemeinsam mit den Einrichtungen weiterentwickeln. Ziel ist es, dass Kinder den Offenen Ganztag als einen Ort erleben, an dem sie sich wohlfühlen, mitgestalten können und gerne Zeit verbringen“, erklärt Gülpen.

Kinder werden beteiligt

Nicht zuletzt soll die Beteiligung der Kinder weiter ausgebaut werden. Bereits seit einigen Jahren besuchen Schul- und OGS-Parlamente regelmäßig das Rathaus. Dort haben die Kinder die Möglichkeit, ihre Ideen, Wünsche und Anliegen direkt mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt zu besprechen.

Damit wird ein weiterer wichtiger Aspekt der Ganztagsbildung aufgegriffen: Kinder sollen nicht nur betreut werden, sondern ihren Lebensraum Schule und OGS aktiv mitgestalten können.

Gemeinsam weiterentwickeln

Die Stadt Würselen möchte die Zusammenarbeit im Ganztag auch künftig weiter ausbauen. Schulen, OGS, Jugendhilfe und weitere Partner sollen sich gut kennen, ihre Erfahrungen teilen und gemeinsam Lösungen entwickeln können.

Die Kommunale Koordination für Ganztagsbildung übernimmt dabei eine wichtige verbindende Funktion. Sie bringt die richtigen Menschen miteinander ins Gespräch, greift Anliegen auf, trägt gute Ideen weiter und unterstützt die gemeinsame Weiterentwicklung der Bildungslandschaft in Würselen.

Davon sollen vor allem die Kinder profitieren. Denn je mehr Zeit sie im Lebensraum Schule verbringen, desto wichtiger wird es, dass dieser ein Ort ist, an dem sie sich gut aufgehoben fühlen, ihre Perspektive einbringen können und gute Bedingungen zum Lernen und Aufwachsen vorfinden.