Pressemitteilung vom Tierheim & Tierschutzverein für die StädteRegion Aachen e.V. vom 27.07.2026
Wenn es im Tierheim zu heiß hergeht
Das letzte Wochenende im Juni dieses Jahres wird wohl als das heißeste aller Zeiten in die deutschen Geschichtsbücher eingehen. Bundesweit waren Rettungsdienste und Notaufnahmen hoffnungslos überlastet. Dabei ging fast unter, wie es Hunden, Katzen und Kleintieren geht, die bei hohen Temperaturen auf den Schutz und die Fürsorge von Menschen angewiesen sind.
Während wir versuchen, uns bei Hitze am Wasser, vor dem Ventilator oder in kühlen Räumlichkeiten aufzuhalten, haben Haustiere diese Möglichkeiten jedoch oft nicht.
Was viele nicht wissen: Tiere regulieren ihren Wärmehaushalt nicht durch Schwitzen, sondern ausschließlich durch Trinken und Hecheln. Deswegen gilt für alle Haustiere: Es sollte immer ein schattiges und möglichst kühles Plätzchen zugänglich sein, auch frisches Wasser muss ausreichend zur Verfügung stehen
, erklärt Stefanie Neske, zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins Aachen.
Hunde
Da sich Asphalt im Sommer stark aufheizen könne, empfiehlt sie, Spaziergänge mit dem Hund in den frühen Morgen oder die Abendstunden zu verlegen. Bei älteren Tieren könnten so gleichzeitig Kreislaufprobleme vermieden werden.
Und es kann nicht oft genug betont werden: Niemals und unter gar keinen Umständen lasse ich mein Tier bei sommerlichen Temperaturen alleine im Auto
, warnt sie. Und doch passiert genau das jedes Jahr immer wieder. Forscher aus den USA haben vor einigen Jahren untersucht, dass sich die Temperatur in einem parkenden Auto in der Sonne innerhalb von nur zehn Minuten um zehn Grad aufheizt. Das Auto wird so zur tödlichen Falle.
Da Hunde generell sehr anfällig für Überhitzung sind, tun die Mitarbeiter im Tierheim alles, um ihnen die anstrengende Zeit zu erleichtern.
Hunde können sich nur über die Zunge abkühlen. Deswegen bieten wir ihnen kaltes Wasser, Eiswürfel oder Schleckmatten aus dem Kühlschrank an
, erklärt Stefanie Neske. Auch Kühlmatten oder eine Abkühlung im und mit Wasser komme bei Hunden – im Gegensatz zu vielen Katzen – meist sehr gut an.
Katzen
Katzen, so heißt es gern, können die Hitze locker wegstecken. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Freigänger machen sich in der Regel eigenständig auf die Suche nach einem kühlen Plätzchen, z. B. auf Mauern oder unter Bäumen. Bei sehr hohen Temperaturen empfiehlt es sich, sie eher in den frühen Morgen- und späten Abendstunden rauszulassen. Wohnungskatzen brauchen - genau wie Tierheimkatzen - Orte im Haus oder Keller, an die sie sich in der Hitze zurückziehen können.
Im Tierheim waren die Klimageräte für das Katzenhaus wirklich dringend nötig
, erklärt Stefanie Neske dankbar. Alternativ könne man mit heruntergelassenen Rollos versuchen, die Raumtemperatur in Schach zu halten.
Ein Tipp für Zuhause: Einen leeren Karton auf die Seite legen, oben Luftschlitze reinstechen. Dann Kühlakkus drauflagen und ein Handtuch drauflegen. Dadurch wandert die Kälte nach unten und es entsteht eine kühle Höhle. Die Akkus regelmäßig austauschen. Viele Katzen mögen es auch, wenn man mit einem feuchten Lappen über ihr Fell streicht, dabei entsteht Verdunstungskälte.
Kleintiere
Bei Tieren, in Käfigen oder Terrarien leben, muss darauf geachtet werden, dass diese nie in der prallen Sonne stehen. Wer morgens das Haus verlässt, um z. B. zur Arbeit zu gehen, sollte bedenken, dass die Sonne im Laufe des Tages wandert.
