In der Pflanzsaison von Oktober 2025 bis Ende April 2026 hat die Stadtverwaltung weit mehr als 100 neue Bäume gesetzt.
Das ist nicht nur optisch ein Gewinn: Die Bäume erhöhen die Aufenthaltsqualität deutlich, bieten Lebensraum für heimische Tiere und verbessern das Mikroklima spürbar
, sagt die städtische Umweltplanerin Bettina Püll.
Indem sie Schatten spenden und durch Luftbefeuchtung die Umgebungstemperatur senken, sorgen sie für Abkühlung an heißen Sommertagen.
Klimaresistent und vielfältig
Bei der Auswahl der Arten setzen die Verantwortlichen auf eine hohe Biodiversität. Im Stadtgebiet finden sich sowohl besonders klimaangepasste als auch heimische Baumarten. Durch den Mix aus unterschiedlichen Wurzeltiefen, Krankheitsresistenz und Klimatoleranz (etwa gegenüber Hitze, Trockenheit oder Frost) entsteht ein nachhaltiger und ökologisch widerstandsfähiger Baumbestand.
Finanziert wurden die meisten Neupflanzungen aus Ersatzgeldzahlungen für gefällte Bäume im Rahmen der städtischen Baumschutzsatzung.
Warum weibliche Ginkgos weichen mussten
Ein prominenter Grund für Neuanschaffungen war der Austausch von insgesamt 18 weiblichen Ginkgo-Bäumen – allen voran in der Neuhauser Straße (14 Exemplare) sowie in der Bahnhof- und Klosterstraße.
Hintergrund:
Bei Ginkgo-Bäumen zeigt sich erst nach vielen Jahren das Geschlecht. Sobald die weiblichen Exemplare Früchte tragen und diese auf dem Boden zerplatzen, entsteht ein äußerst unangenehmer Geruch
, so Püll.
Dieser verleidete Anwohnenden wochenlang das Lüften und sorgte bei Passanten regelmäßig für Missfallen.

Neupflanzungen auf der Neuhauser Straße.
Anstelle der Geruchsbelästigung sorgen an diesen Standorten nun unter anderem Ahorne, Eichen und Mehlbeeren für frisches Grün.
Wo in Würselen neu gepflanzt wurde
Die Neupflanzungen verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet:
- Heilig-Geist-Gymnasium: Insgesamt 30 neue Bäume (u. a. Feldahorn, Ulme, Eiche und Hainbuche) wurden entlang des Broicher Pfads, der Broicher Straße und auf dem neuen Lehrerparkplatz gesetzt.
- Weitere Standorte: Neue Bäume stehen unter anderem hinter dem Jupp-Derwall-Stadion an der Kauseneichsgasse, am Grünen Weg, an der Lehnstraße, der Bahnhofstraße sowie an verschiedenen Einzelstandorten.
Schicke Kübel-Lösungen dort, wo keine Wurzeln Platz haben
Nicht überall lassen sich Bäume direkt in den Boden pflanzen – oft verhindern unterirdische Versorgungsleitungen das Einsetzen von Wurzeln. Die Stadt Würselen hat dafür eine flexible Lösung gefunden: Große Baumkübel mit attraktiver Staudenunterpflanzung auf ausreichend breiten Gehwegen.
Einige dieser Kübel sind sogar mit integrierten Sitzbänken ausgestattet und laden Passantinnen und Passanten zu einer kurzen Rast im Schatten ein.
- 35 Baumkübel wurden über Fördermittel angeschafft und u. a. im Kapellenfeldchen, der Lehnstraße, der Lindenstraße und an der Ecke Brunnenstraße/Schweilbacher Straße aufgestellt.
- Weitere 35 Pflanzkübel verschönern die Hauptstraße in Broichweiden. Diese enthalten zwar keine Bäume, bringen aber blühende Stauden und erfrischendes Grün in die zuvor recht grauen Straßenabschnitte.
Möglich wurden diese Maßnahmen durch eine Kombination verschiedener Förderprogramme, darunter das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz, die Landesinitiative Zukunft Innenstadt NRW, Fördergelder des Bundesumweltministeriums, des Bauministeriums NRW sowie des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
