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Falsche Polizisten schlagen erneut zu

Pressemitteilung der Polizei Aachen vom 22. Oktober 2026

Angebliche Polizeibeamte, erfundene Einbrüche und ein vorgetäuschter tödlicher Verkehrsunfall: Mit solchen Lügengeschichten haben Betrüger in Alsdorf und Herzogenrath am Mittwoch (21. Oktober) wieder einmal versucht, Menschen um ihr Erspartes zu bringen. In einem Fall erbeuteten sie einen fünfstelligen Geldbetrag, in einem weiteren scheiterte der Betrug und es blieb beim Versuch.

Die Polizei Aachen warnt angesichts wiederholter Vorfälle eindringlich: Wer am Telefon oder an der Haustür von unbekannten Personen unter Druck gesetzt wird, sollte misstrauisch werden - auch dann, wenn die Unbekannten behaupten, von der Polizei oder Staatsanwaltschaft zu sein.

In Alsdorf gaben sich zwei bislang unbekannte Täter als Kriminalpolizisten des Polizeipräsidiums Aachen aus. Sie behaupteten, es habe in der letzten Zeit vermehrt Einbrüche gegeben. Man wolle deshalb die Türen und Fenster des Hauses kontrollieren. Im weiteren Gespräch räumte der ältere Mann ein, Geld zu Hause zu haben, und zeigte es den vermeintlichen Polizisten. Unter dem Vorwand, das Geld vor Einbrechern in Sicherheit bringen zu müssen, nahmen die Täter das Geld an sich und verschwanden. Ihre Beute: ein fünfstelliger Betrag.

In Herzogenrath versuchten Betrüger mit einer anderen, ebenfalls perfiden Variante des sogenannten Schockanrufs, an Geld zu gelangen. Sie meldeten sich telefonisch bei einem Ehepaar und gaben sich als Polizeibeamte beziehungsweise Staatsanwalt aus. Ihre Behauptung: Der Sohn habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und komme nur gegen Zahlung einer Kaution wieder auf freiem Fuß. Die Täter forderten eine fast sechsstellige Summe. Während des Telefonats erreichte das Ehepaar seinen Sohn. Dieser verneinte den geschilderten Sachverhalt. Daraufhin beendeten die Betrüger das Gespräch. Es entstand kein Vermögensschaden.

Doch damit nicht genug: Wenige Stunden später gaben sich die Tatverdächtigen am Telefon erneut als Polizisten aus und setzten den Ehemann massiv unter Druck.

Unter dem Vorwand, seine Wertgegenstände vor einem unmittelbar bevorstehenden Einbruch schützen zu müssen, versuchten sie, ihn zur Herausgabe von unter anderem Geld zu bewegen. Ein Tatverdächtiger erschien außerdem persönlich an der Wohnanschrift und drohte, sich gewaltsam Zutritt zu verschaffen. Das konnte mithilfe einer Zeugin verhindert werden. Das Paar informierte daraufhin die Leitstelle der Polizei Aachen.

Die Polizei Aachen stellt klar:

Echte Polizeibeamte und Staatsanwälte setzen Menschen nicht am Telefon mit erfundenen Notlagen unter Druck, um Geld oder Wertgegenstände abzuholen. Weder eine angebliche Einbruchserie noch ein vermeintlicher Unfall mit schweren Folgen rechtfertigen es, Geld an Unbekannte zu übergeben.

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Betrüger arbeiten gezielt mit Angst, Zeitdruck und dem vermeintlichen Schutz der eigenen Familie.

Übergeben Sie niemals Geld, Schmuck oder andere Wertgegenstände an unbekannte Personen. Die Polizei fordert Sie nicht dazu auf, Ihr Vermögen zur angeblichen Sicherung auszuhändigen.

Legen Sie auf und überprüfen Sie die Geschichte selbst. Rufen Sie Ihren Angehörigen unter einer Ihnen bekannten Nummer an. Nutzen Sie nicht die Rückruffunktion und keine Telefonnummer, die Ihnen die Anrufer nennen.

Informieren Sie die Polizei über den Notruf 110.

Sprechen Sie mit Angehörigen und insbesondere älteren Menschen über diese Maschen. Ein offenes Gespräch kann helfen, Betrugsversuche frühzeitig zu erkennen und hohe finanzielle Schäden zu verhindern.

Wer am Telefon Geld fordert und dabei Angst macht, verdient kein Vertrauen, sondern Misstrauen. Beenden Sie das Gespräch, bevor aus einer Lüge ein finanzieller Schaden wird.