Klimaschutz

Kommunale Wärmeplanung: Erste Ergebnisse zeigen den Weg zur zukünftigen Wärmeversorgung

Die kommunale Wärmeplanung der Stadt Würselen nimmt weiter Gestalt an: In einem Akteurstreffen wurden jetzt erstmals die vorläufigen Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse vorgestellt. An dem Austausch beteiligten sich neben Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung auch Akteure aus den Bereichen Energieversorgung, Wohnungsbau und Industrie. Der interdisziplinäre Austausch unterstrich die Bedeutung einer abgestimmten Vorgehensweise für die zukünftige Wärmeversorgung. 

Die vorläufigen Ergebnisse geben einen detaillierten Überblick über den heutigen Wärmebedarf, die bestehende Wärmeversorgung und mögliche Potenziale für die zukünftige Wärmeversorgung in Würselen. Im nächsten Schritt werden daraus konkrete Zielszenarien und mögliche Wärmeversorgungsgebiete entwickelt.

Wie ist die Wärmeversorgung heute aufgestellt? Wo wird besonders viel Wärme benötigt? Welche Potenziale gibt es für eine zukünftige, möglichst klimafreundliche Wärmeversorgung? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die kommunale Wärmeplanung der Stadt Würselen.

Die nun vorgestellte Bestandsanalyse liefert dazu erste wichtige Erkenntnisse. Mehr als 95 Prozent der Gebäude in Würselen werden als Wohngebäude genutzt. Rund zwei Drittel des Gebäudebestands wurden vor 1979 errichtet und damit größtenteils noch vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung. Entsprechend besteht bei vielen Gebäuden ein hoher Wärmebedarf.

Gleichzeitig wird die Wärmeversorgung heute noch deutlich von fossilen Energieträgern geprägt: Erdgas und Heizöl decken zusammen rund 87 Prozent des Wärmebedarfs im Stadtgebiet. Wärmenetze spielen derzeit mit einem Anteil von rund vier Prozent noch eine vergleichsweise geringe Rolle. Während im gesamten Stadtgebiet überwiegend Gasheizungen zu finden sind, kommen außerhalb des Stadtkerns zunehmend auch Ölheizungen zum Einsatz.

Auch die räumliche Betrachtung liefert wichtige Hinweise für die weitere Planung. Besonders im Würselener Stadtzentrum gibt es Bereiche mit einer hohen Wärmebedarfsdichte. Dies ist unter anderem auf die dichte Bebauung sowie größere kommunale und gewerblich beziehungsweise industriell genutzte Gebäude zurückzuführen. Solche Gebiete können grundsätzlich bessere Voraussetzungen für leitungsgebundene Lösungen wie Wärmenetze bieten. Welche Versorgungsoption jeweils geeignet ist, wird im weiteren Verlauf der Wärmeplanung genauer untersucht.

„Die kommunale Wärmeplanung soll vor allem Orientierung schaffen. Sie zeigt auf, welche Möglichkeiten für die zukünftige Wärmeversorgung in den unterschiedlichen Bereichen unserer Stadt bestehen und wo welche Lösungen grundsätzlich sinnvoll sein könnten“, erläutert Technische Beigeordnete Heike Ohlmanns. „Dabei geht es ausdrücklich noch nicht um konkrete Vorgaben für einzelne Gebäude.“

Im nächsten Schritt werden die bisherigen Ergebnisse weiter vertieft. Auf dieser Grundlage entwickelt die Stadt unterschiedliche Zielszenarien für die zukünftige Wärmeversorgung. Dabei werden drei grundsätzliche Versorgungsoptionen betrachtet: die individuelle Wärmeversorgung einzelner Gebäude, die Versorgung über Wärmenetze sowie eine Versorgung über sogenannte Grüne Gase. Diese Möglichkeiten werden unter anderem anhand technischer, wirtschaftlicher und sozialer Kriterien bewertet.

Am Ende des Planungsprozesses soll eine Karte für das gesamte Stadtgebiet entstehen, die aufzeigt, welche Form der Wärmeversorgung in den jeweiligen Bereichen langfristig am geeignetsten sein könnte. Darauf aufbauend werden Maßnahmen und Entwicklungspfade für die zukünftige Wärmeversorgung definiert.

Wichtig für Bürgerinnen und Bürger sowie Eigentümerinnen und Eigentümer: Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Planungsinstrument. Sie dient der langfristigen Orientierung und schafft Transparenz über mögliche zukünftige Versorgungsoptionen. Aus den Ergebnissen entstehen keine unmittelbaren Verpflichtungen für die Stadt, einzelne Gebäude oder deren Eigentümerinnen und Eigentümer. Die Wärmeplanung legt insbesondere nicht fest, dass ein bestimmtes Gebäude künftig an ein Wärmenetz angeschlossen oder eine bestimmte Heiztechnik eingesetzt werden muss.

Die vorläufigen Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse stellt die Stadt Würselen bereits jetzt zur Information zur Verfügung. Die entsprechende PDF-Datei „Zwischenergebnisse Kommunale Wärmeplanung Würselen“ ist auf der städtischen Website abrufbar. Diese und weitere Informationen zur kommunalen Wärmeplanung gibt es unter wuerselen.de/klimaschutz.